Coburg

Veste Coburg

Anschrift & Kontakt

Die Veste Coburg wird wegen ihrer landschaftsbeherrschenden Lage und bezaubernden Silhouette auch „Fränkische Krone“ genannt. Die Veste entstand im 13. Jahrhundert als eine der größten Burganlagen in Deutschland. Seit 1353 in wettinischem Besitz, sicherte sie fortan die sächsischen Herrschaftsgebiete nach Süden hin ab. Eine Blüte erlebte sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts als kursächsisches Schloss unter Kurfürst Friedrich dem Weisen. Die schrittweise erweiterten Befestigungsanlagen lassen die Geschichte konfessioneller Konflikte von den Hussitenkriegen über die Zeit des Schmalkaldischen Bundes bis hin zum Dreißigjährigen Krieg ablesen.

Besucher erleben die Faszination einer intakten Burganlage, die nur ein einziges Mal, mithilfe eines gefälschten Briefs, eingenommen worden ist. Heute beherbergt die Veste Kunstsammlungen von internationalem Rang. Der Rundgang führt durch prachtvolle historische Räume und in die Reformatorenzimmer, die Martin Luthers Aufenthalt in Coburg während des Augsburger Reichstags 1530 noch heute lebendig werden lassen. Eine Videoinstallation in der Großen Hofstube erinnert an die bedeutenden, leider verlorenen Wandbilder, die Lucas Cranach d. Ä. hier während seines Aufenthalts 1506/07 geschaffen hat.

Kunstsammlungen der Veste Coburg

1837 beschloss Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha, die damals ruinöse Veste Coburg zu erneuern und in ihr die herzoglichen Sammlungen zu präsentieren. Zwar hat sich von den neugotischen Umbauten auf der Veste nichts erhalten, aber das museale Vermächtnis Herzog Ernsts und seiner Nachfolger wirkt bis heute nach. Die Kunstsammlungen der Veste Coburg sind ein kunst- und kulturgeschichtliches Museum von internationalem Rang. Zu den Highlights zählen die Schatzkammer Glas, die Einblick in tausend Jahre Glaskunst gibt, die bedeutende historische Waffensammlung sowie die Sammlung altdeutscher Kunst.

Blick in die Sammlung Altdeutsche Meister ©Kunstsammlungen der Veste Coburg

Abbildung: Kunstsammlungen der Veste Coburg. Blick in die Sammlung Altdeutsche Meister

Mit 45 Gemälden von Lucas Cranach d. Ä., Lucas Cranachs d. J., der Werkstatt und des unmittelbaren Umkreises bewahren die Kunstsammlungen ein besonders reiches und vielfältiges Cranach-Konvolut. Der Großteil der Gemälde ist in der Dauerausstellung zur Altdeutschen Kunst in der Steinernen Kemenate zu sehen. Auf weitere Werke trifft man in den Reformatorenzimmern und im sogenannten Cranachzimmer im Fürstenbau, das seinen Namen aufgrund seiner langjährigen Ausstattung mit Cranachgemälden erhielt.

Im Kupferstichkabinett, das zu den größten graphischen Sammlungen in Deutschland zählt, ist das druckgraphische Werk von Lucas Cranach nahezu vollständig vorhanden. Herausragend ist das Lutherporträt mit Doktorhut von 1521 im ersten, sehr seltenen Druckzustand vor hellem Hintergrund, das aus dem Besitz des Humanisten Dr. Pfeil stammt. In der Großen Hofstube kann man virtuell das Turnierbuch von Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen durchblättern und den Detailreichtum der 146 enthaltenen Darstellungen aus der Cranach-Werkstatt bewundern.

Die Cranachbestände der Kunstsammlungen wurden jüngst in zwei opulenten Katalogen erschlossen (Cranach in Coburg, Bd. 1: Malerei, 2018; Bd. 2: Graphik, 2020).


Öffnungszeiten

April – Oktober: Mo – So 9:30 – 17 Uhr
November – März: Di – Fr 13 – 16 Uhr, Sa – So 11 – 16 Uhr


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